Biographie: Eve Ensler
Eve Ensler wurde am 25. Mai 1953 in New York, NY geboren. Sie wuchs in Scarsdale, NY auf. Ihre Familie war wohlhabend, ihr Vater arbeitete in der Nahrungsmittelindustrie, ihre Mutter war Hausfrau. Bis zu ihrem 10. Lebensjahr wurde Eve von ihrem Vater sexuell missbraucht, und auch nach dieser Zeit war er ihr gegenüber gewalttätig. Sie sprach erst nach seinem Tod mit ihrer Mutter darüber, ob diese vorher davon wusste, wird in den Quellen widersprüchlich beantwortet. Bereits in ihrer Jugend engagierte sich Eve, um der Gewalt gegen Frauen entgegenzuwirken, fühlte sich andererseits aber schuldig wegen der Misshandlungen, die ihr Vater ihr zugefügt hatte.
Deshalb hatte sie seit der High School mit Alkoholproblemen zu kämpfen; erst mit 24 Jahren gelang es ihr, ihre Sucht zu überwinden. Nach der High School besuchte sie das Middlebury College in Vermont und schrieb ihre Abschlussarbeit über Selbstmord in zeitgenössischer Dichtung. Anschließend wurde sie an der Yale Drama School angenommen, konnte ihr Studium jedoch nicht finanzieren. Sie ging nach New York, arbeitete dort als Kellnerin und hatte Beziehungen mit Männern und Frauen, bevor sie 1978 Richard McDermott heiratete. Er ermutigte sie, eine Entziehungskur zu machen.
Zu dieser Zeit schrieb Eve auch ihr erstes Stück, in dem es um den Ausstieg aus der Nuklearenergie ging. Es wurde in Kirchen und bei Demonstrationen aufgeführt. Zur gleichen Zeit arbeitete sie für die Organisation „Chelsea against Nuclear Destruction United“ und lernte dort viel über organisiertes soziales Engagement. 1979 adoptierte sie Richard’s 19-jährigen Sohn Dylan McDermott, der heute ein bekannter Schauspieler ist. Dylan stellte sie seiner Schauspiellehrerin Joanne Woodward vor, und Eve fühlte sich ermutigt, weitere Stücke zu schreiben: „Ich fand einen Weg, mein politisches und mein künstlerisches Selbst zusammenzubringen.“ So entstanden „The Depot“, „Scooncat“ und später „Cinderella/Cendrillon“.
1988 ließen sich Richard McDermott und Eve Ensler scheiden. Kurze Zeit später lernte sie Ariel Jordan, einen israelischen Psychotherapeuten und Filmemacher kennen, mit dem sie bis heute zusammen lebt. Als Eve Mitte der 90er Jahre mit einer Freundin über deren Wechseljahre sprach, war sie erschrocken, mit wie viel Ablehnung diese über ihre Vagina erzählte. Dies war die Geburtsstunde der Vagina Monologe, ihres erfolgreichsten Stücks. Eve begann Interviews mit Freundinnen und Bekannten zu führen, dann mit Fremden, bis sie schließlich Gespräche mit über 200 Frauen aus unterschiedlichen Ländern, Kulturen, Altersgruppen und Gesellschaftsschichten zu einer Sammlung von Monologen verarbeitete.
1996 wurden diese Monologe zum ersten Mal im Keller des Cornelia Street Café in SoHo von Eve selbst vorgetragen. Sie gewann dafür im gleichen Jahr den Obie Award als „Best New Play“. Anschließend ging sie mit den Vagina Monologen auf Tournee, nach und nach wurden sie auch außerhalb der USA gespielt. Drei Jahre später fand der erste „V-Day“ statt: die Vagina Monologe wurden am Valentinstag im Hammerstein Ballroom Theater in New York aufgeführt, unter der Mitwirkung bekannter Schauspielerinnen wie Glenn Close, Winona Ryder, Susan Sarandon, Whoopi Goldberg und Calista Flockhart. Die Einnahmen der Vorstellungen kamen, wie auch heute noch üblich, Frauen in Not zu Gute. Ziel des Stücks ist es, Frauen von der Ablehnung und der Scham zu befreien, die sie häufig ihrem eigenen Körper gegenüber empfinden. Diese Befreiung führt Eve herbei durch Texte voller Humor, Menschlichkeit und Wärme, dadurch, dass sie Tabus und Ängste offen ausspricht und jeder Figur Würde verleiht. Aus dem New Yorker V-Day ist die gleichnamige Organisation entstanden, die benachteiligten Frauen in aller Welt durch Aktionen und finanzielle Unterstützung hilft. In den vergangenen 8 Jahren hat V-Day $ 35 Mio. gesammelt und ist vom Worth Magazine mehrmals unter die 100 besten Hilfsorganisationen der Welt gewählt worden.
Theaterstücke
- Conviction
- Lemonade
- The Depot
- Floating Rhoda and The Glue Man
- Extraordinary Measures
- The Vagina Monologues T
- he Good Body
- Necessary Targets
- The Treatment
Bücher
- V-World
- I Am An Emotional Creature
- Vagina Warriors
- Insecure at Last: Losing It in Our Security Obsessed World
- The Good Body
Filme
- Fear No More: Stop Violence Against Women (2002)
- The Vagina Monologues (2002)
- Until the Violence Stops (2003)
- What I Want My Words to Do to You: Voices From Inside a Women's Maximum Security Prison (2003)
Auszeichnungen
- Obie Award (1996)
- Guggenheim Fellowship Award in Playwriting (1999)
- Berrilla-Kerr Award for Playwriting
- Elliot Norton Award for Outstanding Solo Performance
- Jury Award for Theater at the U.S. Comedy Arts Festival
- Amnesty International Media Spotlight Award for Leadership (2002)
- The Matrix Award (2002)
- Lion of Judah (2002)
- Freedom Of Expression Award (2003)
- Doctor of Letters, Middlebury College (2003)
Text
Linda Wotzlaw
Quellen
VDAY: http://www.vday.org
Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/Eve_Ensler
IMDB: http://www.imdb.com/name/nm0258127/
Random House: http://www.randomhouse.com/features/ensler/vm/author.html
Dinitia Smith in The New York Times, September 26, 1999: http://www.lifetimetv.com/shows/ip/portraits/0303/0303_bio.html